Geschichte

1224 Kloster Dambeck wird von den Grafen von Dannenberg/Elbe als Hauskloster erbaut. Es gehört, wie die übrigen Heideklöster, dem Bistum Verden an.Die „Herberge der Heimat“ nimmt Pilger, Durchreisende, Flüchtlinge und Notleidende auf. Die romanischen Gewölbe des Erdgeschosses und der bis heute noch vorhandene Krankensaal im Obergeschoss des Ostflügels zeigen deutlich den Auftrag dieser frühen christlichen Stiftung für die Altmark.
1283 Kloster Dambeck wird erstmalig urkundlich erwähnt. Die benediktinische Ordensregel (ca. 500 n. Chr.) ist verbindliche Grundlage für die christliche Lebensgemeinschaft.
1400 Nach dem das Geschlecht der Grafen von Dannenberg ohne Nachfolger bleibt, übernimmt die Familie von der Schulenburg die Verwaltung des Klosters.
1484 Propst Verdemann lässt den berühmten Einhornaltar für die Klosterkirche in Dambeck bauen (der Heilige Geist begegnet Maria in Gestalt des Einhorns).
1541 Nach der Reformation wird Kloster Dambeck evangelisch.
1560 Grablege des Levin von der Schulenburg. Die Grabplatte mit Figurenrelief in der Klosterkirche ist noch vorhanden, ein aufwendig gestaltetes Epitaph, auf Archivfotos zu sehen, wird zu DDR-Zeiten abgetragen.
1607 Gründung der Stiftung Joachimthalsches-Gymnasium durch den Kurfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg. Kloster Dambeck mit den dazugehörigen 26 Dörfern ist das Gründungsvermögen für diese preußische Schulstiftung. Durch die Abgaben, die Kloster Dambeck zu entrichten hat, wird die Hochschulausbildung von „Kindern niederer Stände“ ermöglicht.
1645 Nach der Plünderung im 30-jährigen Krieg verstirbt die Äbtissin Dorothea von Bodendieke als letzte Nonne in Kloster Dambeck. Danach liegt Kloster Dambeck 100 Jahre lang wüst.
1750 Kloster Dambeck wird für die landwirtschaftliche Nutzung umgebaut. Das eingestürzte Dach der Klosterkirche wird erneuert, der Dachreiter durch einen wuchtigen, ins Kirchenschiff gesetzte Turm ersetzt. Der obere Teil der Apsis, Teile des Chores und der Ostgiebel werden neu aufgemauert. Am Kirchenschiff werden die romanischen Zierbogenfriese abgeschlagen, darüber wird ein barockes Sims gesetzt. Der Innenraum der Kirche wird durch eine Wand verkleinert und bekommt einen Kanzelaltar. Das westliche Drittel der Kirche dient seither als Speicher. Im Innenhof der geschlossenen Klosteranlage wird ein gotischer zweigeschossiger Mittelflügel komplett abgetragen. Aus den so gewonnenen Steinen wird der Kirchturm gemauert. Der Ostflügel wird um einen Kornboden aufgestockt, die romanischen Kreuzgratgewölbe werden zu kleinen Raumeinheiten abgemauert und die einzelnen Etagen an der Hofinnenseite mit Speicherluken und einem Giebel für den Aufzug versehen. Süd- und Westflügel werden zu Stallungen umgebaut. Zahlreiche Fenster und Türen werden zugemauert, neue Öffnungen ins Mauerwerk geschlagen, so auch die barocken Korbbögen im Südflügel des Klostergevierts. So ist die gesamte Klosteranlage bis heute vollständig erhalten, aber im Bestand stark gefährdet.
1900 Das Gutshaus wird zu seiner jetzigen Form umgebaut. Der älteste Teil des Hauses ist ein gotisches Birnenstabkreuzrippengewölbe aus dem 14. Jahrhundert. Andere Gebäude werden abgetragen, so auch Brauerei und Brennerei direkt an der Jeetze und ein Tor- und Stallhaus zwischen dem Gutshaus und dem Flusslauf.
1953 Der letzte Pächter der Stiftung muss Kloster Dambeck verlassen. Die DDR ignoriert die Existenz der Stiftung Joachimthalsches Gymnasium, nachdem sie zuvor noch in der Stiftungssatzung die “Kinder niederer Stände” durch die “Kinder von Arbeitern und Bauern” ersetzt hatte.
1955 Der Einhornaltar, der 1484 für die Dambecker Klosterkirche gefertigt wurde, kommt durch die Bemühungen der Pastorin Rieseberg aus dem Berliner Museum zurück an seinen ursprünglichen Bestimmungsplatz. In Salzwedel werden die beiden fehlenden Seitenflügel gefunden und kommen ebenfalls zurück in die Klosterkirche.
1962 Das Gutshaus wird Internat für landwirtschaftliche Ausbildung mit Abitur. Die Schlafsäle beherbergen 60 Lehrlinge. 1973 wird die Ausbildung wegen der Nähe zur Innerdeutschen Grenze zurückgestuft auf einfache landwirtschaftliche Ausbildung.
1980 Die Kirchgemeinde kündigt den Mietvertrag und gibt damit die Klosterkirche als Gotteshaus auf.
1986 Einhornaltar, Orgel, Taufbecken und Glocken können vor dem Vandalismus nicht mehr geschützt werden. Sie werden auf andere Kirchen in der Umgebung verteilt. Entfernt werden auch die Bruchstücke eines kunstvoll farbig gestalteten Fensters auf der Südseite der Klosterkirche.
1989 Nach der Wende übernimmt das Landwirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts, Magdeburg, Kloster Dambeck. Seitdem ist es ungeschützt dem Verfall preisgegeben.
1991 Von ihrem Stammkloster in Hannover ausgesandt, werden die evangelischen Mönche der Joseph-Bruderschaft auf Kloster Dambeck aufmerksam. Niemand in der Umgebung weiss um die wechselvolle Geschichte der vermeintlichen Hofstelle in “Amt Dambeck”. Erst durch Recherchen in den Archiven wird deutlich: Die Benediktinermönche haben ihr angestammtes “zu Hause” gefunden, einen Ort, an dem sie ihre Berufung leben werden.
1992 Die Joseph-Bruderschaft erhält einen Mietvertrag und zieht ins Kloster Dambeck ein. Die Mönche führen die Arbeit, die sie bereits im Stammkloster begonnen haben, weiter und bringen mit eigens hierfür erworbenen Fahrzeugen Hilfsgüter in die von der Tschernobyl-Katastrophe stark gezeichnete Ukraine.
1993 Wie mit der Landesregierung vereinbart, sind Stiftungssatzung und Wiedereinrichtungsplan fertig, erstellt unter Mithilfe von kompetenten Fachleuten.
1994 Die Klosterländereien werden nicht, wie verbindlich zugesichert, an die Joseph-Bruderschaft übergeben. Die Landesregierung verpachtet sie für 12 Jahre an einen Bremer Augenarzt. Für denSommer bittet das ukrainische Aussenministerium darum, einer Gruppe Tschernobyl-Kinder die Möglichkeit zu geben, sich in Kloster Dambeck zu erholen. Fortan sind ständig Tschernobyl-Kinder in Kloster Dambeck – eine Gruppe wird nach Hause gebracht und auf der Rückfahrt eine neue Gruppe mit nach Dambeck genommen, Sommer wie Winter, Ostern, Weihnachten. Insgesamt kommen in den nächsten 10 Jahren ca. 2.000 Tschernobyl-Kinder mit ihren Betreuern und Busfahrern zu einem Erholungsaufenthalt von jeweils acht bis zwölf Wochen nach Kloster Dambeck, das ganze Jahr über.
1999 Die Joseph-Bruderschaft kauft die Klosteranlage für rund 250.000 DM vom Land Sachsen-Anhalt und übernimmt damit die Verantwortung für die denkmalgeschützten Gebäude.
2002 Die Stiftung Kloster Dambeck wird unter der Nr. 117 41 – 066 in das Stiftungsverzeichnis in Magdeburg eingetragen. Gründungsstiftungs vermögen sind die Klosteranlage und eine Hofstelle in Mehmke.
2007 Die Klosterkirche erhält ein neues Dach. 2 Jahre arbeiten Bruder Jens und Bruder Axel mit gespendetem Material daran, das Kirchendach vor dem Einsturz zu retten. siehe auch …..2008 Die Wagenremise wird aus dem Eingangsbereich des Klosters an das gegenüberligende Ende der Klosteranlage versetzt. siehe auch … Auf dem freien Platz entsteht der Bibelgarten.
2010 Im Mai wird die Pilgerherberge für Besucher und Gäste zugänglich; im September wird das Hospital als Spendenlager geräumt. Es steht nun wie die Pilgerherberge für Veranstaltungen für bis zu 100 Personen zur Verfügung.
2011 Kloster Dambeck erhält zum ersten Mal Fördergelder. Sie sind bestimmt für die Rettung der einsturzgefährdeten Propstei. Der Dachstuhl wird saniert und mit einem wetterfesten Unterdach versehen. Im September findet das erste Familientreffen der Dambecks in Kloster Dambeck statt.
2012 Beginn der Arbeiten zur neuen Elektrifizierung des gesamten Klosters mit dem Verlegen von gespendeten Erdkabeln.
2013 Beantragte Fordergelder werden, wie bereits in 2012, nicht gewährt. Das Notdach der Propstei bewährt sich und hält das innere des Gebäudes trocken. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sichert den Erhalt der zweckgebundenen Spenden bis ins kommende Jahr zu.
2014 Zum zweiten Mal erhält die Stiftung Kloster Dambeck Fördergelder für die Propstei. probstei_nachher
2015

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